Als wäre der 3:3-Ausgleich in der 84. Minute nach einem Zwei-Tore-Vorsprung nicht schon bitter genug. Der SV Manching musste am 31. Spieltag der Landesliga Südwest gegen den TSV Rain/Lech in der dritten Minute der Nachspielzeit auch noch den Gegentreffer zum 3:4 (3:1) hinnehmen. Doppeltorschütze Michael Knötzinger ließ die Gäste zunächst per verwandelten Handelfmeter und dann mit einem 20-Meter-Freistoßtreffer ins linke Toreck jubeln während sich beim SVM der Frust breitmachte.
Den Torreigen dieser spektakulären Partie hatte Jannik Schuster (2.) eröffnet. „Da waren wir noch nicht wach. Aber danach haben wir ein überragendes Spiel abgeliefert – in Ballbesitz eines unserer besten. Damit ist Rain überhaupt nicht zurechtgekommen. Wir hatten die Partie bis zur Pause komplett unter Kontrolle“, beschrieb SVM-Trainer Cüneyt Köz. Timo Jung (7., Foto) schob eine Freistoßflanke von Leon Peric zum 1:1 ein, Sebastian Graßl (8.) war nach einem Ballgewinn im Zentrum von Daniel Schweiger mit dem 2:1 zur Stelle und Rainer Meisinger (11.) verwandelte einen an Graßl verursachten Foulelfmeter zum 3:1.
Binnen fünf Minuten hatte der SVM die Partie gedreht – und versäumte es im weiteren Spielverlauf aus der spielerischen Überlegenheit noch mehr Kapital zu schlagen und die Partie zu entscheidenden. So rettete beispielsweise Gäste-Akteur Paul Schmidt bei einer Großchance von Maximilian Eberwein (38.) gerade noch auf der Linie und Daniel Schweiger (45.) vergab in aussichtsreicher Position, als er in TSV-Keeper Sandro Scherl seinen Meister fand. „Beim 4:1 wäre das Spiel gelaufen gewesen“, meinte Köz nachher.
SVM-Coach Köz hadert mit Elferentscheidung
So aber blieb Rain dran und erzielte in der 50. Minute durch Maximilian Schmidt, der aus kurzer Distanz abschloss und SVM-Keeper Thomas Obermeier keine Chance ließ, den 2:3-Anschlusstreffer. Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit jeweils einem Aluminiumtreffer auf beiden Seiten. Während Eric Adam (58.) das Leder an den Querbalken knallte, traf Manchings Graßl (68.) den Pfosten.
In der 84. Minute zeigte Schiedsrichter Leonhard Burghartswieser auf den Elfmeterpunkt: Eberwein hatte die Kugel an den Oberarm bekommen. „Für mich lag der Unparteiische in dieser Situation falsch“, meinte Köz – und verwies auf eine ähnliche Situation in der ersten Halbzeit. Da aber bekam seine Elf keinen Handelfmeter zugesprochen. Knötzinger war es egal, er verwandelte sicher zum 3:3 und ließ wenig später das lange Zeit nicht mehr für möglich gehaltene 4:3 für die Gäste folgen. Manching ist nach diesem Spiel Tabellenzehnter.
Quelle: Norbert Dengler, Donaukurier
