SV Manching e.V. 1. Mannschaft,Fußball Abschied nach fast 700 Spielen: Torhüter Thomas Obermeier hat immer für den SV Manching gespielt – nun beendet er seine Karriere

Abschied nach fast 700 Spielen: Torhüter Thomas Obermeier hat immer für den SV Manching gespielt – nun beendet er seine Karriere

Abschied nach fast 700 Spielen: Torhüter Thomas Obermeier hat immer für den SV Manching gespielt – nun beendet er seine Karriere post thumbnail image

Manching. Ein echtes Urgestein sagt Servus: Thomas Obermeier beendet mit nur 30 Jahren seine aktive Fußballkarriere beim SV Manching. In dieser Zeit trug er ausschließlich das Trikot seines Heimatvereins, feierte Aufstiege, erlebte Abstiege und prägte in 82 Landesliga- und rund 130 Bezirksliga-Spielen viele Jahre das Gesicht der ersten Mannschaft. Berufliche Gründe zwingen ihn nun zu diesem Schritt. Zum Abschied blickt der 1,87 Meter große Torwart auf seine lange Karriere bei den Grün-Weißen zurück und spricht vor seinem letzten Heimspiel an diesem Freitag (19 Uhr) gegen den SV Cosmos Aystetten über prägende Erlebnisse sowie seine Zukunft abseits des Fußballplatzes.

Manching. Herr Obermeier, nach einer kompletten Fußballerlaufbahn beim SV Manching ist zum Saisonende mit erst 30 Jahren Schluss. Ein Alter, in dem viele Torhüter noch aktiv sind. Wie schwer fällt Ihnen dieser Schritt?

Thomas Obermeier:
Es ist ein bisschen zwiegespalten. Vom Alter her ist das natürlich kein klassisches Karriereende, und auch körperlich wäre noch einiges möglich. Der Hauptgrund liegt eher im Beruflichen und Privaten. Ich bin als IT-Berater seit Kurzem beruflich jede Woche von Montagabend bis Donnerstag in Essen und kann deshalb schon seit März nicht mehr regelmäßig trainieren. Und ohne Training ist es schlicht nicht realistisch, weiterzuspielen.

Ist da auch ein Stück Erleichterung dabei, weil die Doppelbelastung wegfällt?

Obermeier:
Ja, definitiv. Im Amateurfußball ist es ja so, dass die Wochenenden oft komplett verplant sind und man auf einiges verzichtet. Darauf freut man sich schon ein Stück weit – mal spontaner etwas unternehmen zu können. Gleichzeitig hat mir der Fußball immer unglaublich viel Spaß gemacht. Deshalb gibt es ein lachendes und ein weinendes Auge.

Sie haben beim SVM einiges erlebt – Aufstiege, Abstiege, Höhen und Tiefen. Welche Momente werden Ihnen in Erinnerung geblieben?

Obermeier:
Da gibt es einige. In der Jugend hatten wir eine sehr erfolgreiche Zeit, vor allem mit dem Jahrgang 1995/96 – wir sind eigentlich jedes Jahr Meister geworden. Das Highlight war sicher die U 19-Saison mit dem Titel und der Abschlussfeier. Im Herrenbereich sind es natürlich die Aufstiege 2016/17 und 2023/24. Besonders war aber auch die vergangene Saison, als wir es erstmals geschafft haben, die Landesliga zu halten. Das war historisch für den Verein.

Sie waren über Jahre eines der Gesichter des Vereins. Was bedeutet es Ihnen, Ihre gesamte Laufbahn nur für den SVM gespielt zu haben?

Obermeier:
Das war eigentlich nie so geplant, es hat sich einfach ergeben. Ich bin in Manching aufgewachsen, dort in den Kindergarten und zur Schule gegangen. Die Verbundenheit war immer da – auch zum Verein. Ich hatte hier alles, was ich gebraucht habe.

Gab es nie den Reiz, etwas anderes auszuprobieren?

Obermeier:
Im Jugendbereich hätte ich mal die Möglichkeit gehabt, zum FC Ingolstadt zu wechseln. Rückblickend denke ich schon, dass mir das vielleicht in der Ausbildung geholfen hätte. Im Herrenbereich gab es zwar immer mal lose Anfragen, aber nichts, was im Gesamtpaket attraktiver gewesen wäre als Manching.

Ihr Vater Toni war und ist beim SV Manching unter anderem in der Sportlichen Leitung und beim Marketing sehr engagiert. War das für Sie eher ein Vorteil oder manchmal auch eine zusätzliche Belastung?

Obermeier:
Beides. Einerseits hat der Verein sicher von seinem Engagement profitiert – gerade bei Infrastrukturprojekten wie dem Kunstrasen, dem Flutlicht oder der Tribüne. Andererseits gab es natürlich auch schnell mal Vorwürfe, wenn die Leistung nicht gestimmt hat, dass ich einen Bonus hätte. Aber damit lernt man umzugehen.

Wenn Sie auf das vergangene Vierteljahrhundert mit insgesamt fast 700 Einsätzen – 363 bei den Junioren und bisher 332 im Herrenbereich – zurückblicken: Worauf sind Sie am meisten stolz?

Obermeier:
Auf persönlicher Ebene sind es definitiv die vielen Freundschaften, die entstanden sind. Im Amateurfußball trifft man auf Leute aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen – das ist unglaublich wertvoll. Sportlich sind es die Aufstiege und auch die Begegnungen mit besonderen Persönlichkeiten und Trainern wie Tobias Strobl (heute Trainer des Drittligisten SC Verl, Anm. d. Red.) oder Peter Gaydarov (U-19, FC Bayern), die sowohl fachlich als auch charakterlich herausgestochen sind und beide sehr charismatisch waren.

Und welcher Mitspieler hat Sie am meisten beeindruckt?

Obermeier:
Rainer Meisinger. Uns verbinden über zehn gemeinsame Jahre, in denen wir die Schlachten zusammen geschlagen haben. Neben seiner extrem hohen sportlichen Qualität bewundere ich vor allem seine Empathie.

Bleiben Sie denn nach dem Ende ihrer aktiven Zeit dem Verein in anderer Rolle erhalten? Wird man Sie weiterhin auf dem Sportgelände sehen?

Obermeier:
Ich bin aktuell noch gewähltes Mitglied im Vereinsausschuss, aber ansonsten möchte ich erst einmal bewusst etwas Abstand gewinnen. Nach 25 Jahren tut das sicher gut. Wie es danach weitergeht, wird sich zeigen.

Was oder wen werden Sie am meisten vermissen?

Obermeier:
Ganz klar die Kabine. Die Zeit mit den Jungs und die Sprüche: Das ist etwas, das man so sonst nirgendwo hat. Davor habe ich – aus Erzählungen von anderen – ehrlich gesagt am meisten Respekt, dass mir das fehlen wird.

Das Gespräch führte Norbert Dengler.
Quelle: Donaukurier vom 08.05.2026, https://www.donaukurier.de/lokales/ingolstadt/zum-letzten-mal-im-svm-tor-keeper-thomas-obermeier-sagt-beim-heimspiel-in-manching-servus-21094129, abgerufen am 08.05.2026

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge